Dies ist eine kleine Auswahl von Web-Design-, Usability-, und Accessibility-Erkenntnissen. Die Meißten stammen aus dem Human Factors International (newsletter).

Glücklicherweise sind einige davon relativ populär, hingegen werden andere sicherlich Ihre eigene professionelle Einschätzung herausfordern:

  1. Das Design ist der Schlüssel um online das Vertrauen mit einem Kunden aufzubauen. Ambitionierte Besucher auf einer Informations- Website mit schlechtem Design (überfüllte Seiten, zu kleiner und zu viel Text) werden eher abgeschreckt.
    – Sillence, Briggs, Fishwick, and Harris, 2004.
    Anmerkung: Siehe auch Stanford University’s “Guidelines for Web Credibility”.
     
  2. Das Layout einer Website ( Leerraum, fortgeschrittene Gestaltung von Überschriften, Einrückungen und Abbildungen) beeinflusst nicht nachweislich die Informationsleistung, aber es beeinflusst die Zufriedenheit der Besucher.
    – Chaperro, Shaikh, and Baker, 2005.
  3. Erfahrung ist wichtig: Blaue Links sind leichter zu erkennen, als Schwarze, obwohl schwarze Links einen größeren Kontrast aufweisen und damit leichter zu erkennen sind.
    – Van Schaik and Ling, 2003.
  4. Bei einer Auswahl von Icons, Links, oder beidem, ist es wichtig, den Besucher der Website nicht aus den Augen zu verlieren. Der Zweck wird am besten mit einem einfachen Link erreicht. Besucher, die wiederkehren, verwenden beide Varianten gleichermaßen effektiv. Icons sind nicht unbedingt schneller zu erfassen, im Vergleich zu Textlinks.
    – Wiedenbeck, 1999.
  5. Faustregel für Icons: Mache sie so groß wie möglich, platziere oft wiederkehrende Icons in einer permanenten Icon-Bar und arrangiere sie entweder in einem Quadrat (erste Wahl) oder in horizontaler Anordnung.
    – Grobelny, Karwowski, and Drury, 2005.
  6. Die Akzeptanz und der Effekt von Animationen auf den Betrachter wird vergrößert, wenn der Anwender vorher darüber informiert wird, was ihn erwartet und wenn ihm die Wahl gelassen wird, die Animation zu starten, wann er das will.
    – Weiss, Knowlton, and Morrison, 2002.
  7. Der Gebrauch von Leerraum zwischen Absätzen und zu den linken und rechten Rändern steigert die Verständlichkeit des Textes um fast 20 %.
    – Lin, 2004.
  8. Ein Textformat mit etwa 95 Zeichen pro Zeile lässt sich bedeutend schneller lesen, als kürzere Textzeilen; jedoch scheint es keine bedeutenden Unterschiede bezüglich der leichten Verständlichkeit, der Bedeutung oder der gesamten Zufriedenheit im Zusammenhang mit der Zeilenlänge zu geben.
    – Shaikh, 2005.
  9. GUI-Design (GUI: Graphical User Interface - graphische Benutzerschnittstelle) vs. Web-Design: Generell kann gesagt werden, daß die Regeln für graphische Gestaltung von GUIs auch im Webdesign Anwendung finden, allerdings gibt es Unterschiede, denen man sich bewußt sein sollte: Beispielsweise sind dicht gepackte Seiten mit vielen Links schwieriger zu überblicken - in beiden Fällen (GUI und Web); Auf jeden Fall scheint die Ausrichtung von Seiteninhalten nicht so wesentlich zu sein, wie früher angenommen.
    – Parush, Shwarts, Shtub, and Chandra, 2005.
  10. Eine Erzählerische Darstellung steigert das Verständnis und unterstützt das Gedächtnis des Besuchers. Erzählende Reklameanzeigen bewirken eine positivere Haltung gegenüber einer Marke und verstärken die Kaufabsicht des Besuchers.
    – Escalas, 2004.
  11. Auf Websites mit klaren Hinweisen und hervorstechenden Navigationsobjekten schmökern die Benutzer lieber, als dass sie suchenIn diesem Kontext muss erwähnt werden, dass Suchen nicht schneller zum Ziel führt, als schmökern.
    – Katz and Byrne, 2003.
  12. Benutzer sind bereit, länger zu warten, wenn der Inhalt gut ist.Benutzer sind i.d.R. bereit, zwischen 8-10 Sekunden auf eine Information über das Netz zu warten, abhängig von der Qualität der Informationen.
    – Ryan and Valverde, 2003.
  13. Das Kaufverhalten von Verbrauchern wird durch die Wahrnehmung von Sicherheit, Datenschutz (Privacy), Qualität des Inhalts und dessen Design gefördert.
    – Ranganathan and Ganapathy, 2002.
  14. 2001 fand Bernard, daß die bestehende Erfahrung eines Webseiten-Benutzers, die Erwartung geprägt hat, an welcher Stelle im Layout er allgemeine Elemente einer Webseite erwartet. Dies ist noch heute zutreffend: Benutzer haben eigene Erwartungen darüber, wo man die Sachen findet, die ihnen helfen, sich auf einer Seite zurecht zu finden (Such-Felder oder Zurück-zur- Homepage-Verlinkungen) das selbe gilt auch für Seitenelemente, die sie lieber vermeiden möchten (z.B. Werbebanner).
    – Shaihk and Lenz, 2006.
  15. Wenn sie Netzzugänglichkeit (Web-Accessibility) unter den vier gängigen Methoden untersuchen (Bericht eines Sachverständigen, Verwendung eines Screenreaders (z.B. JAWS), automatisierte Prüfung mit „Bobby“ oder eine Anwenderprüfung durch blinde Benutzer) werden Sie feststellen, dass diejenigen, die einen Screenreader verwenden, die meisten Kritikpunkte finden, während eine automatisierte Prüfung die geringste Zahl an Zugänglichkeits-Fehlern findet.
    – Mankoff, Fait, and Tran, 2005.

Übersetzung eines Artikels von Jens Meiert, 13. Januar 2007.

 

 
 
 

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